Notation (Gähhhn)


    Warum denn Noten? 

Ja hallo auch, Grüße Dich!

Ach ja, die Noten – die eine mag sie, der andere nicht. Aber wie können wir uns denn über die Rhythmen austauschen und sie uns gegenseitig erklären?

Worry

Nicht jeder lernt nur über das Hören oder nur über das Lesen. Und außerdem: Wer kann sich schon alles im Kopf behalten? Wir brauchen also eine gemeinsame Sprache, die wir schreiben und lesen können. Dazu haben sich in ferner Vergangenheit viele Musiker und Komponisten viele Gedanken gemacht. Das Ergebnis sieht dann mal  so aus:

Uuuhhhäääääääähhh! Bin ich Mozart, oder wer?

…ganz schön kompliziert? Ok, schon gut und keine Angst!  Es geht auch einfacher, wenn wir uns mal auf percussive Notation beschränken. Also keine Töne, sondern nur Geräusche.

I-got-an-idea

Gehen wir es also langsam an. Achja, in der Welt der Musik wird oft mit englischen Begriffen gesprochen – diese habe ich in Anführungszeichen gesetzt.

1. Am Anfang was der Schlag „Beat“

   Und was ist mit den NOTEN!?

Jaaaah….
Der Schlag oder in der Welt auch „Beat“ genannt, ist einfach, es ist erst mal nur ein Schlag, ein Klopfen ein Rumms oder sonstwas. Denk mal an die Kirchenglocken, die alle viertel Stunde schlagen und zur vollen Stunde die Anzahl der Stunden schlagen. Oder das Thema Teppichklopfen – wer kennt das noch, wenn Frau Köttenrider von gegenüber den Teppich klopft???. Oder denk wie es klingt, wenn ein Nashorn gemächlich an Dir vorbei geht.

Aber ein Schlag alleine ist noch kein Rhythmus, mehrere davon hintereinander schon. Und was haben das Nashorn, die Kirchenglocken und das Tepichklopfen gemeinsam? Jo, es sind alles mehrere Schläge hintereinander. Ja, das sind alles Rhythmen.

Beim Versuch, dies aufzuschreiben oder zu notieren sieht das das dann vielleich so aus:

 Nashorn:          Ba    dum    Ba    damm     Ba    dum    Ba    damm     Ba ...

 Glocken:          Dong Dong Dong Dong Dong Dong Dong Dong Dong ...

 Frau Köttenrider: Pock Pock       Pock Pock      Pock Pock     Pock  ...

Na das ist schon mal nicht schlecht, aber woher weiß man nun wie viel Zeit zwischen den Schlägen vergeht? Und mal vergeht mehr und mal weniger Zeit zwischen den Schlägen – hmmm?

Jetzt kommen die NOTEN!?

2. Das Tempo

Ähh – gleich.
Folgen die Schläge langsam aufeinander so sprach man (wieder zu Mozarts Zeiten) von schwerer Musik, von langsam oder ruhig. Wurde es schneller, nutzte man Begriffe wie gehend oder mäßig. Ein hohes Tempo wurde mit schnell, lebhaft und äußerst schnell bezeichnet. Das ganze hat sich in Italien entwickelt, weswegen bis heute in der Notenschrift diese italienischen Begriffe (largo, adagio, andante, moderato, allegro, presto) zu finden sind. Da nun nicht jeder Mensch gleich empfindet, sind diese Bezeichnungen immer nur relativ.

1815 hat der Herr Johann Nepomuk Mälzel dann ein Metronom mit einer Skala [->] gebaut, mit dem man immer wieder das gleiche Tempo anhören konnte. Und diese Skala zeigt keine italienischen Wörter sondern nur noch Zahlen – Wow!
Diese Zahlen bezeichnen die Anzahl der Schläge pro Minute oder im englischen „Beats Per Minute“.

Wenn Du jetzt mal gaaaanz gemütlich gehst und eine Minute lang Deine Schritte zählst kommst Du vielleicht auf 60 Schritte, also 60 BPM.
Na, und wie viel ist es wenn Du rennst? Und wieviele BPM haben die Kirchenglocken? Und das Nashorn? Und Frau Köt…

Wie dem auch sei – wir können uns jetzt sehr genau ein bestimmtes Tempo merken und notieren.

   Was ist jetzt endlich mit den NOTEN!?

3. Die Notensymbole

Wie unsere Sprache bzw. ein Text aus Buchstaben, Wörten und Sätzen zusammengesetzt ist, so können wir auch in der Musik etwas Ähnliches verwenden.
Die Buchstaben entsprechen den Notensymbolen. Die Wörter sind die Takte oder Rhythmusfetzen. Ein Satz ist in etwa eine Strophe oder ein Refrain (oder ein „Groove“ oder ein „Break“).

Also gut, dann nutzen wir erst mal einen Klecks für einen Schlag!

   Wie wäre es hiermit?

Könnte dicker sein, aber läuft. Ja und wenn nichts gespielt wird dann brauchen wir noch etwas kleines oder dünnes als Pause:

  -

Perfekt für den Anfang, und für alle weiteren Spezialfälle nehmen wir später weitere Buchstaben und Zeichen hinzu….

   Holy cow! Das war’s schon?

Jep.

   Ist denn ein Takt immer gleich lang?

4. Der Takt

Hmmmm – das ist gar nicht so einfach zu beantworten. Am besten passt wohl ein NEIN. Der Takt ist nicht immer gleich lang – unsere Wörter sind ja auch unterschiedlich lang. Allerdings ist in der Musik in einem Lied („Song“) häufig jeder Takt gleich lang – dann lässt es sich besser darauf tanzen.

   Also was macht einen Takt aus?
Das ist leichter: Es ist eine Sammlung von mehreren Schlägen bzw. „Beats“. Meist sind es drei oder vier aber es gibt auch Takte, in denen sechs oder sieben Schläge zusammengefasst sind. Wenn wir jetzt eine Takt mit vier Schlägen hernehmen, so heißt dies nicht dass alle vier Schläge auch zu hören sind, sondern erst mal dass der Takt so lange wie vier Schläge nacheinander dauert. Aber schreiben wir mal einen Takt mit vier hörbaren Schlägen auf (denk an das Nashorn) und begrenzen wir den Takt mit einem Strich vorne und am Ende:

              1    2    3    4    
Vierer Takt  |•    •    •    •    |

Fertig ist der Takt. So!

   Und wenn wir jetzt dem Nashorn auf der linken Seite Pantoffeln anziehen?
Nashorn? Pantoffeln? Also ich… egal, geht in Ordnung.
Du ziehst ihm die Pantoffeln an, und ich schreibe mal auf, was ich höre. OK?

   Ja!

              1    2    3    4
Vierer Takt  |•    -    •    -    |

Siehst Du: Wie gut, dass wir die Pausensymbole haben 😀

Tja, wenn wir noch mal oben schauen, sehen wir, dass unsere liebe Frau Köttenrider immer nach zwei Schlägen noch eine Pause macht. Wie schreiben wir das denn nun auf?

   …das ergibt dann wohl einen – ähhh – Dreier-Takt?
Richtig! Und der sieht dann so aus:

              1    2    3
Dreier Takt: |•    •    -    |

   Irgendwie wird’s aber langweilig mit den drei oder vier Schlägen…

5. Die Unterteilung: Viertel, Achtel, Sechzehntel

Da ist was dran.
Wenn viel mehr Töne („Sounds“) gespielt werden müssen, also zwischen den „Beats“ noch weitere Klänge hinzu kommen, vieleicht so etwas wie ‚Bumm       Da    Da    Bumm    Da   Da ‚, dann können wir einfach zwei Symbole pro Schlag schreiben – und die Pausen nicht vergessen:

              1    2    3    4  
Vierer Takt  |• -  • •  • -  • • |

   Und wenn es noch mehr und schnellere Sounds sein sollen?
Also sowas wie ‚Bumm       Da    Da    Bumm    Da Da Da Da‘ – Ja, dann unterteilen wir es eben noch mal:

              1    2    3    4    
Vierer Takt  |•--- •-•- •--- ••••|

   Und wenn es noch mehr und noch schnellere Sounds sein sollen?
HAAALT! Ich finde es genügt erst mal.

Es ist Zeit, ein paar Namen zu vergeben. Die meisten Takte sind vierer Takte und wir erinnern uns: Da stecken vier dieser Schläge oder „Beats“ drin.

   Also ist ein Schlag ein Viertel des Taktes?
Wieder richtig. Und deshalb nennen wir diese Noten dann Viertelnoten oder Viertel-Schläge. Diese Viertel entsprechen den Schritten beim Gehen und für das Tempo spielen sie eine wichtige Rolle!

Als wir dann alle Viertel noch ein mal unterteilt haben, gab es wieviele Noten- und Pausen-Symbole im Takt?

   Ähhh ???
Acht – ich habe gerade noch mal nachgezählt. Naja und als Name bei acht Stück? Es sind die Achtelnoten.

   Dann hatten wir doch noch mal geteilt – ähhh acht Stück mal zwei gibt 16. Also heißen die dann Sechzehntel?
Perfekt!
Und etwas kürzer geschrieben: Ein Vierer-Takt besteht also aus 4 4teln oder 8 8teln oder 16 16teln.

Bei den vielen Noten dürfen wir nicht vergessen: Damit unsere Notation vollständig, ist müssen wir zusammen mit den Noten immer noch zwei weitere Dinge aufschreiben: Welches Tempo gespielt werden soll und welche Notenwerte unsere Symbole darstellen sollen. Erst dann kann sich jemand vorstellen was wir damit gemeint haben.

Hier ein Beispiel:

Song Name:  Mein Groove
Tempo:      90bpm
Notation:   • = 1/16tel   (1 Takt = •••• •••• •••• •••• )

Na jetzt weiß jeder Bescheid. Und das soll für heute genügen.
Tschüß.

   Tschüß.

1 comment on “Notation (Gähhhn)

  1. Su a Gwaaf sagt:

    Sehr gut gemacht!
    Es ist wirklich schwer, Dinge zu erklären, die (eigentlich) jeder schon weiß.
    Oft wird der Erklärer zu einem bräsigen Nervtöter.
    Hier dagegen ist es gelungen – Glückwunsch!

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